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die erste woche mit dem neuen mitbewohner

Marlowe ist jetzt seit einer Woche bei uns und hat sich schon gut eingelebt. Am ersten Abend nach der Ankunft lautete die Devise: zur Ruhe kommen. Er war natürlich furchtbar aufgeregt, zwar nicht offen ängstlich, aber schon sehr verunsichert. Ist ja auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er wenige Stunden zuvor noch mit seinen Geschwistern im Knäuel gelegen und von Mama bewacht war. Und jetzt plötzlich, nach zwei Stunden im Auto, in einer völlig fremden Umgebung bei fremden Zweibeinern. Da wäre ich auch unlocker!

fuesse

Kontaktliegen beruhigt

Wir haben uns zu ihm auf den Boden gesetzt und ihn gekuschelt, so hat er sich schnell beruhigt. Die erste Nacht hat er gejault, aber mit meiner Hand auf seinem Rücken gab sich das nach kurzer Zeit. Am nächsten Morgen haben wir schnell gemerkt, dass dieser kleine Hund auch einen Wilde-Sau-Modus hat. Da wurde alles angebissen, was in Reichweite war – neben Kabeln, Büchern, Schuhen oder Klamotten vorzugsweise Hände und Füße. Autsch!

Ganz normal, dass die Beißhemmung noch nicht existiert, aber in der Intensität doch überraschend :-). Doch nach nur einer Woche klappt es schon viel besser und Marlowe hat gemerkt, dass es eigentlich viel netter ist, gekrault zu werden als die Hände zu beißen, die das tun. Und dass man, wenn man nur zärtlich knabbelt oder vorsichtig beißt, gelobt und noch mehr gekrault wird.

Auch in Sachen Stubenreinheit verzeichnen wir leichte Fortschritte. Ist ja nicht so einfach – im Grunde muss der kleine Hund drei Sachen lernen:

  1. In die Wohnung machen finden die Zweibeiner nicht so toll. Aber draußen ist es super, da regnet es Lob und Leckerli (hat er schnell kapiert).
  2. Pippi anhalten (kommt nach und nach, die Abstände werden größer).
  3. Ich muss mich melden, wenn ich muss. Das ist das Schwierigste. Daher sehe ich es schon als Teilerfolg, dass er mich heute morgen nach einem wilden Spiel (ohnehin ein stark malheur-gefährdeter Moment) anschaute und zur Ausgangstür lief. Dass er dann ins Treppenhaus machte – geschenkt. Woher sollte er auch wissen, dass das noch nicht dieses „Draußen“ ist?
Huch? Da ist ja noch einer!

Huch? Da ist ja noch einer!

Nach ein paar bewusst ruhigen Tagen haben wir dann am Donnerstag damit begonnen, ihm Sachen zu zeigen und ihn bestimmten Situationen auszusetzen. So ist er mit uns jetzt schon Bus gefahren, hat in der Kneipe unterm Tisch gepennt wie ein Großer und ist durch die belebte Fußgängerzone marschiert. Immer nur in kurzen Einheiten, länger als 10 Minuten am Stück sollte er seinem Alter (10 Wochen) entsprechend noch nicht gehen. Beim ersten Welpentreff waren wir auch schon, was gut und kontrolliert ablief. Autofahren findet er nicht so super, gewöhnt sich aber sichtlich dran. Dass er hinten bei der Zaubermaus auf dem Rücksitz mitfährt, macht die Sache deutlich leichter.

Total witzig finde ich, dass Marlowe sich immer erstmal hinsetzt, wenn ihm was komisch vorkommt. Überhaupt guckt er sich alles in Ruhe an, bevor er hingeht. Das habe ich gleich genutzt, und so setzt sich der kleine Kerl jetzt an jeder Bordsteinkante erstmal hin. Das hat mit McCoy nie geklappt, der war mehr so der Typ: „Was Neues? Nix wie hin!“ Den Clicker hab ich ihm auch gezeigt, den findet er schon gut.

Sehr schön finden wir, dass er ein enorm kuscheliger, verschmuster Kerl ist. Die meiste Zeit des Tages liegt er unter meinem Schreibtisch, möglichst mit dem Kopf auf oder seinem Rücken an meinem Fuß. Kraulen und Spielen sind stärkere Belohnungen als Futter, darauf mussten wir uns erst umstellen, da wir es ja 10 Jahre lang mit einer Fressmaschine zu tun hatten. Sehr spannend, das alles!

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er ist da <3

Gestern war der große Tag: Wir haben Marlowe bei unserem Züchterehepaar abgeholt. Die Kurzfassung: Alles fein. Gerade sitze ich am Schreibtisch und der neue Bürogenosse liegt poofend zu meinen Füßen.

auto2Das war gestern natürlich alles sehr spannend: Die erste halbe Stunde im Auto (wir hatten gut zwei Stunden Fahrt) war Marlowe sehr aufgeregt und hat alles genau beäugt. Dann ist er erschöpft eingeschlafen. Nach dem Aufwachen ließ er erstmal sein Mittagessen wieder raus und schlief kurz danach weiter *g*.

Hier angekommen gingen wir eine kleine Runde und danach wurde er auf dem Hof gleich von der halben Nachbarschaft begrüßt (5 Kinder, 10 Erwachsene ungefähr). Dann kamen so spannende Sachen wie Aufzug fahren, einen schwarzen Welpen im Spiegel sehen, seltsame Bodenbeläge, ein dunkler Flur, die Zaubermaus mit Kapuze etc.

Natürlich sind auch die ersten Malheure passiert, und wir waren mehrmals draußen – wie das eben so ist mit einem Hundebaby. Insgesamt zeigt sich der kleine Kerl ganz aufgeweckt, er guckt neue Sachen interessiert an, ist manchmal ein bisschen zögerlich, aber wenn man ihm Zeit gibt, erkundet er sie auch. Die erste Nacht war weniger unruhig als befürchtet, und das bisschen Abschiedsschmerz von Mama und Geschwistern wird bestimmt auch bald vergehen.
Fühlt sich gut an.